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El laberinto del fauno (2006)

Zum Abschluss der Special Week über Guillermo del Toro gibt es noch ein Märchen zu sehen. El laberinto del fauno verführt seinen Zuschauer in  die vermeindliche Realität der jungen Ofelia (Ivana Baquero) im Jahr 1944 in einer spanischen abgelegenen Gegend.

Anlass zum Umzug auf einen kleinen Hof nahe der Berge, ist die Geburt des zweiten Kindes von Ofelias Mutter Carmen Vidal (Ariadna Gil). Ihr Mann und Hauptmann der dort stationierten spanischen Truppen Captain Vidal (Sergi López) will unbedingt, dass sein Sohn in seiner Nähe geboren wird. Das Leben seiner Frau ist dem skrupellosen Faschist vollkommen gleich, solange er nur seinem Sohn ein Vorbild wie einst sein Vater für ihn werde. Auf der Fahrt muss die Fahrzeugkolonne kurz halten, da Carmen unter schweren Schmerzen leidet. Ofelia, die Fantasy-Geschichten über alles liebt, begegnet dort zum ersten Mal einer Elfe, nachdem sie einer Statue ein herausgebrochenes Auge wieder einsetzt. Im Lager der Soldaten angekommen, muss Ofelia feststellen, dass ihr neuer Vater alles andere als nett ist. Kurz nach deren ersten Aufeinandertreffen erblickt das Mädchen auch schon wieder die Fee und folgt ihr bis zum Eingang eines Labyrinths. Später wird sie dort den Faun Pan (Doug Jones) treffen, ein uraltes Wesen von angsteinflößender und zugleich schöner Gestalt. Pan stellt Ofelia drei Aufgaben, weil sie die Seele der Prinzessin seiner Herkunft in sich trägt. Wenn sie diese Aufgaben erfüllt, könne sie zurück zu ihren Eltern und ihren Untertanen. Doch das Lösen der Aufgaben erweist sich als äußerst schwierig. Zum Einen hat sie nur wenige Wochen Zeit, zum Anderen werden die Schmerzen ihrer Mutter trotz der fürsorglichen Behandlung des hiesigen Doktors (Álex Angulo). Der Hauptmann schlägt sich derweil mit Rebellen in den Bergen herum, die von Vidals Magd Mercedes (Maribel Verdú) mit Nahrung, Tabak, Informationen und Briefen versorgt werden.

In einem etwa 10minütigen Featurette erklärt Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Guillermo del Toro, wie es zu der Idee und Umsetzung des Films kam. Interessant dabei ist, dass er einige Elemente eines Märchen in den Film aufgenommen hat. Hauptfigur ist ein junges Mädchen, das während der Handlung einen Wandel durchlebt, die Geschichte wartet mit grausamen und schönen Wendungen auf, die Zahl 3 findet mehrfach Verwendung in dem Film und es gibt bestimmte Typen. Ganz klar sind die Rollen verteilt und dadurch durchschaut der Zuschauer die Charaktere sehr schnell, wenn nicht sogar bei, ersten Blick. Deshalb verzeiht man dem Film auch einige äußerst brutale Szenen, wodurch der Film zurecht eine Freigabe ab 16  Jahren erhielt, da diese einfach den Charakter einer Figur zum Ausdruck bringt.

Bei der Verleihung der Academy Awards 2007 gewann der Film 3 Oscars, darunter beste Maske und beste Kamera. Der Academy kann ich da nur recht geben. Die fantasievollen Gestalten neben Pan und den Elfen gibt es noch den aschfahlen Pale Man (ebenfalls Doug Jones), der seine Augen auf die unkonventionelle Art in den Handflächen aufbewahrt. Dieses Monster lüstert geradezu nach frischem Menschenfleisch und mach in einer Aufgabe auch auf Ofelia Jagd. Die Kameraführung ist wie schon angedeutet ebenfalls sehr gut, die Schnitte verlaufen allerdings sehr oft nach demselben Muster, Kameraschwenk über eine Szene, beim Auftauchen eines Baumstamms oder einer Wand wird die Kamerafahrt in einer anderen Szene beendet. Ansonsten aber sind die Kamerawinkel geschickt ausgewählt und bauen in Verbindung mit der ausgezeichneten Filmmusik für eine Menge Spannung.

Capitán Vidal: You could have obeyed me!
Doctor: But captain, to obey – just like that – for obedience’s sake… without questioning… That’s something only people like you do.
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Carmen: The captain has been so good to us… Please, Ofelia, call him father. It’s just a word, Ofelia, just a word.
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Ofelia: Mercedes, do you believe in fairies?
Mercedes: No. But when I was a little girl, I did. I believed in a lot of things I don’t believe anymore.
Ofelia: Last night a fairy visited me.
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Capitán Vidal: I’ll make you a deal. If you can count to three without st-t-uttering you can go. Don’t look at him look at me. Above me there is no one. Garces!
Garcés: Yes Captain?
Capitán Vidal: If I say this asshole can leave would anybody here contradict me?
Garcés: No one Captain. He can leave.
Capitán Vidal: There you have it. Count to three.
Stuttering Rebel: One…
Capitán Vidal: Good.
Stuttering Rebel: Two…
Garcés: Good – one more and you’re free.
Stuttering Rebel: T-t-t-t-t
Capitán Vidal: Shame.

Quelle: http://www.imdb.com/title/tt0457430/quotes

Die Geschichte gerät trotz der mystischen Elemente nicht ins abstruse ab. Die Ideen sind einfach zu wundervoll, als dass sie unglaubwürdig scheinen würden. Dazu spielt der Film in einer dunklen Zeit. Durch einen kurzen Ausschnitt aus einer Tageszeitung erfährt man von der Invasion der Normandie der Amerikaner, was den Rebellen in den spanischen Bergen Mut macht. Diese Umstände sorgen für eine bedrohliche Atmosphäre, die in der unfassbaren Welt, die Ofelia erlebt übernommen und noch verstärkt werden. Das keine international bekannten Schauspieler in dem Film mitwirken, mindert die Qualität in keinster Weise. Denn die Darsteller, selbst die Statisten, liefern keinen Anlass für Kritik. Die damals erst 12jährige Ivana Baquero hat von meiner Seite besonderes Lob verdient. Ob Entschlossenheit oder Angst, Zuneigung oder Hass, Freude oder Leid, sie bringt jede emotionale Stufe von Ofelia gut auf den Bildschirm. Auch Doug Jones bringt durch die Maske des Faun Pan eine unergründliche Miene rüber und sorgt so für die Seltsamkeit des uralten Geschöpfs.

Anlass zur Kritik kann ich eigentlich kaum finden. Lediglich die Schwarzwerte der DVD, möglicherweise hängt es aber auch von meinem ausgeliehenen Datenträger ab, haben mich stark enttäuscht. Dieses Märchen sollte man sich einfach angucken. Denn von der Geschichte, Atmosphäre und den Charakteren kann sich der ein oder andere Film ruhig eine Scheibe abschneiden. Spätestens mit El laberinto del fauno hat Guillermo del Toro seine Qualität unter Beweis gestellt.

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