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X-Men Origins: Wolverine (2009)


WolverineGut drei Jahre nach der X-Men-Trilogie kommt das Prequel über Wolverines Vergangenheit in die Kinos. Hugh Jackman lässt es sich nicht nehmen neben der Hauptrolle auch noch als Produzent mitzuwirken. Dazu kommt der mit Vorschusslobeeren ausgestattete Regisseur Gavin Hood, der mit Tsotsi bereits einen Oscar prämierten Film vorzuweisen hat. Wolverine schlägt  da eher eine andere Richtung ein. Actionszenen und Explosionen domieren, hinzu kommen hier und da ein paar Dialoge und wenige leicht romantisch angehauchte Szenen . Den Reiz, den Film zu gucken, macht jedoch die Geschichte aus.

Wir erinnern uns: Im ersten X-Men-Film streift Logan (so nennt sich Wolverine auch), kein Wunder hat doch “Wolverine” die Bedeutung “Vielfraß”, ein wenig anmutiges Tier, mehr oder weniger ziellos in Nordamerika umher. Er trifft auf die junge Mutantin Rogue, mit der er zur Mutantenschule von Professor Xavier gelangt. Dort schließt er sich den namensgebenden “X-Men” an, um die bösen Machenschaften Magnetos, dem Gegenpart von Xavier, zu durchkreuzen. In Teil zwei macht sich Logan allmälich auf die Suche nach seiner Vergangenheit und entdeckt in einem Staudamm eine riesige Laboranlage. Dort wurde ihm einst ein um seine Knochen Adamantium eingeflößt, welches ein nahezu unzerstörbares Metall ist. Im zweiten Film wird diese Prozedur bereits in kurzen Rückblenden angedeutet. Der dritte Film spielt für Logans Vergangenheit dann keine Rolle mehr.

Dieser nimmt sich nun also X-Men Origins: Wolverine an. Großes Potential verschenkt Regisseur Wood allerdings direkt zu Beginn. Logans Kindheit wird im Intro in wenigen Minuten abgehandelt, dort erfährt er, dass sein bester Freund Victor (als Erwachsener von Liev Schreiber verkörpert) eigentlich sein Bruder ist. Im Vorspann werden dann ihre gemeinsamen “Abenteuer” im Zeitraffer gezeigt. Von amerikanischen Unabhängigkeitskrieg über den amerikanischen Einzug in die französische Normandie (D-Day) bis zum Vietnamkrieg. Während dieser Zeit altern die beiden, wenn überhaupt, nur sehr geringfügig. Sie sind Mutanten, deren Begabung darin besteht, sich in kürzester Zeit zu regenerieren, was auch der Grund für ihr hohes Alter ist. Außerdem kann Logan zwischen seinen Fingerknöcheln Knochen wie Krallen ausfahren, wohingegen Victor seine Fingernägel rasch wachsen und schrumpfen lässt.

Dank dieser Fähigkeiten wird der Regierunsbeauftragte William Stryker (Danny Huston) auf die Brüder aufmerksam und rekrutiert sie für eine Armee aus Mutanten, die ab diesem Zeitpunkt das Ziel verfolgen, ein bestimmtes Element auf der Welt zu finden -  das Metall Adamantium. Früh geht Logan die skrupellose Vorgehensweise der Truppe zu weit und er verlässt seine Mitstreiter und seinen Bruder. Sechs Jahre später lebt er friedlich in Kanada mit seiner Freundin Kayla (Lynn Collins) und arbeitet als Holzfäller. Doch sein Bruder spürt ihn auf und wirft dessen Leben vollkommen aus der Bahn, indem er Kayla tötet. Daraufhin begibt sich Logan auf einen Rachefeldzug, verbündet sich kurzzeitig mit Stryker und wird mithilfe des Adamantiums zur stärksten Waffe in Nordamerika – die sich allerdings nicht gerne kontrollieren lässt. Schon bald macht sich Logan, nun als Wolverine, alleine auf die Jagd nach seinem verräterischem Bruder.

[Logan reveals the adamantium claws]
Victor Creed: Oooh, Shiny. Tell me something Jimmy, do you even know how to kill me?
Logan: I’m gonna cut your God damn head off. See if that works.
Victor Creed: [Creed laughs]
————
William Stryker: Mutants, I don’t hate them. They must be controlled.
————
Wade Wilson: I love this weapon more than any other thing in the whole wide world, and you wanna know why?
Victor Creed: No.
Wade Wilson: It’s memorable. Sure it’s a little bulky, tough to get on a plane. You whip out a couple of swords at your ex-girlfriends wedding. They will never, ever forget it.
Victor Creed: That’s funny Wade, but I’ve think you’ve mistaken me with someone who gives a shit.
Wade Wilson: Granted, it’s probably not as intimidating as having a gun, or bone-claws or the fingernails of a bag-lady… Manicure?

Quelle: http://www.imdb.com/title/tt0458525/quotes

X-Men Origins: Wolverine setzt auf zahlreiche Effekte und Action. Natürlich profitiert der Film auch vom sympatisch wie gefährlichen Protagonisten Wolverine. Schließlich gehört er zu den beliebtesten Comichelden aller Zeiten. Begünstigt wird der Erfolg durch den “Sexiest Man alive” Hugh Jackman in der Hauptrolle, der 2000 durch die Rolle als Wolverine überhaupt erst so richtig bekannt wurde. Doch reichen Special Effects am Ende aus, um einen großartigen Film zu erschaffen? Kurz gesagt: Nein. An die ersten beiden X-Men-Filem von Regisseur Bryan Singer (zuletzt Operation Walküre mit Tom Cruise) reicht Wolverine zu keinem Zeitpunkt heran. Dennoch ist er keine volle Enttäuschung. Nachdem Bryan Singer nicht mehr am dritten Teil der X-Men-Trilogie beteiligt war, rückte die Action mehr in den Vordergrund. Wer diesen jedoch mochte, wird auch an Wolverine garantiert seine Freude haben.

Symphatisanten der Singer-Filme werden aber auch nicht gänzlich hängen gelassen. Die Ereignisse des Prequels lassen sich gut mit den Handlungen und Rückblicken der ersten beiden X-Men-Filme vereinbaren. Allerdings hätte der Filmstoff mehr geboten, insbesondere die Kindheit und Teeangerjahre von Logan, in denen er mit seinem Bruder zusammen auf der Flucht waren. Da hätten wie bei Bryan Singer Parallelen zu der Judenverfolgung der NS-Zeit oder Ähnlichem gezogen werden können. Denn die Geschwister sind Außenseiter, bis sie in der Armee einen Erfolg nach dem anderen einheimsen können. Lässt man mal die X-Men-Trilogie außer Acht bietet Wolverine alles, was ein guter Actionfilm braucht und das will er letzlich ja auch sein: sehr unterhaltsames Popcorn-Kino.

Dieser Artikel wurde von Dos Corazones geschrieben und am 2. Juli 2009 um 15:06 veröffentlicht. Er ist unter Action, Film, Gesehen abgelegt und mit , , , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Artikel.

2 Gedanken zu “X-Men Origins: Wolverine (2009)

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