Harry Potter and the Goblet of Fire (2005)
Lord Voldemort kehrt zurück – für den Film heißt das, ein neuer Schauspieler muss her. Das ist bei den Potter-Filmen ja nichts besonderes, wechseln ja von Film zu Film so manche Lehrer und kommen neue Gesichter hinzu. Mit Ralph Fiennes (zuletzt Der Vorleser) kommt wieder kein Unbekannter ans Set hinzu. Brendan Gleeson (Gangs of New York) spielt den neuen Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste und ehemaligen Auror, Jäger dunkler Magier, „Mad Eye“ Moody. Auch auf dem Regiestuhl nahm ein neuer Mann Platz: Mike Newell (Mona Lisas Lächeln, Vier Hochzeiten und ein Todesfall), der Cuaróns Trend aus dem direkten Vorgänger beibehält und einen noch düsteren Film erschafft.
Harry Potter (Daniel Radcliffe) besucht nicht nur die Familie seines besten Freundes Ron (Rupert Grint), sondern auch die Quidditchweltmeisterschaft mit der Familie und ihrer besten Freundin Hermine (Emma Watson). Nach dem Spiel überfallen jedoch die Anhänger Voldemorts die Zeltlager rund ums Stadion und hinterlassen eine Schneise der Zerstörung und das Zeichen des dunklen Lords: das Dunkle Mal, das früher auf Morde hinwies, bevor Voldemorts Macht in sich zusammenfiel. Harry und seine Freunde entkommen den Geschehnissen jedoch ungeschadet und treten wie jedes Jahr ihre Reise ins Zaubererschloss Hogwarts an, wo eine Überraschung auf die Schüler wartet. Seit einigen Jahrhunderten findet erstmals wieder das Trimagische Turnier statt, in denen drei Schüler aus drei Schulen drei Aufgaben lösen müssen, um am Ende 3 Galleonen, Spaß beiseite, 1000 Galeonen Preisgeld einzuheimsen. Allerdings dürfen nur volljährige Schüler teilnehmen. Die Teilnehmer werden vom Feuerkelch gezogen, einem uralten und sehr magischen Gegenstand. Doch irgendwie kommt auch Harry in die Verlosung und wird neben den Teilnehmern von Hogwarts, Durmstrang und Beauxbatons als vierter Kanditat auserkoren. Nach den Regeln darf sich kein Kanditat drücken, weshalb Harry trotz aller Schutzvorkehrungen am Turnier teilnehmen muss. Dass die drei Aufgaben allein schon für große Gefahren sorgen, bleibt nicht Harrys einzige Sorge. Denn Ron fühlt sich von Harry hintergangen, weil er es irgendwie geschafft hat, den Kelch auszutricksen, das aber heftigst abstreitet. Harrys Leben und Freundschaft zu Ron stehen diesmal auf dem Spiel.
Der Film ist düsterer als alle seine Vorgänger, immerhin bereitet der dunkelste und schrecklichste aller Magier seine Rückkehr vor. Zeit für kleinere Späße hat der Film aber zuweilen auch noch. Das Trimagische Turnier steht im vierten Film jedoch im Vordergund, dass vor Gefahren nur so strotzt. Aber neben den inhaltlichen Werten auch eine Menge gekostet hat. In der ersten Aufgabe müssen die Wettkämpfer gegen Drachen bestehen, in der zweiten auf den Grund des Sees vor der Schule tauchen und ihre Freunde vor Seemenschen retten und ganz zum Schluss in einen riesigen Irrgarten den trimagischen Pokal suchen. Besonders für die erste Aufgabe lässt sich Newell sehr viel Zeit. Der Zweikampf zwischen Harry und dem Ungeheuer beschränkt sich nicht nur auf das dafür bestimmte Quidditchstadion der Schule, sondern über die gesamten Schlossgründe.
Ron: [discussing inviting dates to the Yule Ball] This is mad! At this rate, we’ll be the only ones in our year without dates! Well, us and Neville.
Harry: [laughing] Yeah, but then again he could take himself.
Hermione: It might interest you to know that Neville’s already got someone.
Ron: What? Now I’m really depressed. Oi, Hermione… you’re a girl.
Hermione: [haughtily] Very well spotted.
Ron: Come with one of us! It’s one thing for a bloke to show up alone, but for a girl it’s just sad.
Hermione: [angrily] I won’t be going alone, because believe it or not, someone’s asked me! And I said yes!
[exits]
Ron: Bloody hell. She’s lying, right?
Harry: If you say so.
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Professor Moody: Alastor Moody. Ex-Auror, Ministry malcontent, and your new Defense Against the Dark Arts teacher. I am here because Dumbledore asked me. End of story, goodbye, the end! Any questions? When it comes to the Dark Arts I believe in a practical approach. But first, which of you can tell me how many Unforgivable Curses there are?
Hermione: Three, sir.
Professor Moody: And they are so named?
Hermione: Because they are unforgivable. The use of any one of them will…
Professor Moody: Earn you a one-way ticket to Azkaban. Correct. The Ministry says you are too young to see what these curses do. I say different! You need to know what you’re up against. You need to be prepared…
[as he turns to the blackboard again, Seamus ducks under his desk]
Professor Moody: You need to find another place to put your chewing gum besides the underside of your desk, Mr. Finnegan!
Seamus: [whispering] No way, the old codger can see out of the back of his head!
Professor Moody: [throws a piece of chalk at him] And hear across classrooms!
Der Drache macht den Verantwortlichen der Special Effects alle Ehre und ist beispielhaft animiert, spuckt lebensechtes Feuer und fliegt wie ein Vogel in den Himmel. Harry braucht dafür seinen Feuerblitz, den schnellsten Besen der Welt. An Schnelligkeit mangelt es folglich nicht in der Szene. Aber im Grunde dauert sie dann doch zu lange und hat zwar großen Schauwert, ist für das Fortschreiten der Handlung aber eher weniger förderlich. Im Wasser vollbringt Radcliffe selbst die Stunts, sprich, er taucht tatsächlich ins Wasser. Das sieht auch wieder beeindruckend aus und hat genau die richtige Länge. Der Irrgarten kommt aber letzlich etwas zu kurz. Da scheinen Geld und Zeit nicht mehr in Strömen zur Verfügung gestanden zu haben. Denn von den bedrohlichen magischen Wesen sieht man wenig bis nichts und die Gefahren beschränken sich auf schnell zuwachsende Gänge, die aber eher lächerlich wirken. Am Ende „krönt“ der Film sich selbst mit einem derart gehetzten Finale, dass der Zuschauer mit eher schlechten Erinnerung über den Film berichten wird. Voldemort kehrt zwar zurück wie im Buch, aber die Zeit, die der Bösewicht im Buch so auskostet, hat der Regisseur einfach nicht mehr im Film, was sehr schade ist.
Das Finale der Quidditchweltmeisterschaft, der Anfang vom Film, wirkt zum Einen lächerlich, da keiner der Weasleykinder weiß, wohin ihr Vater sie schleppt, obwohl sie selbst Quidditch spielen und Fans sind, zum Anderen fehlt das Spiel komplett. Die Spieler, darunter auch der junge Sucher der Bulgaren Viktor Krum, späterer Teilnehmer am Turnier für Durmstrang, werden angekündigt und die Fankurven werden gezeigt, doch dann folgt ein Schnitt ins Zelt der Weasleys. Fünf Minuten Quidditch hätten wohl auch in den Film gepasst. Denn der überlange Kampf gegen den Drachen ist nichts anderes als bloßer Augenschmauß gewesen. Auch der Hauself Dobby, der zwar im Buch ebenfalls keine große Rolle spielt, fehlt. Für den Film an sich, ist sein Fehlen vollkommen belanglos und wird auch recht logisch ersetzt, für die komplette Potter-Buchserie aber äußerst bedauerlich. Kenner des letzten Bandes werden das Bedauern wohl verstehen, groß gespoilert werden, soll schließlich nicht.
Die neu dazugekommenen Schauspieler machen ihre Sachen gut, ebenso die gestandenen Veteranen. Robert Pattinson (Twilight) schafft mit seiner ersten größeren Rolle als Turnierteilnehmer Cedric Diggory für Hogwarts sogar gleich den Durchbruch. Immerhin, der vierte Film ist kein Reinfall, wird die Bücherfreunde aber auch nicht zufrieden stellen können, dafür bietet das Buch einfach zu viel. Aber an den Vorgänger reicht Newells einziger Potter-Film auch nicht heran, bis auf die Effekte, die teilweise wirklich umwerfend gut sind.
