[first lines]
Ivan: Who are you?
Kaum wiederzuerkennen, so abgemagert und mit tiefen, blauen Augenringen auf totenblasser Haut. So hat man Christian Bale und wohl auch keinen anderen Hollywoodschauspieler je in einem Film gesehen. Fast 30 Kilo speckte der damals noch künftige Batman-Star für seine Rolle ab – Rekord. Alles andere als mager entpuppt sich jedoch der gut durchdachte Thriller.
Trevor Reznik (Christian Bale) ist ein Maschinist, arbeitet in einem großen Fabrikgebäude ohne Abwechslung und ohne Flexibilität. Beziehungen zu seinen Arbeitskollegen führt er nicht, wenn überhaupt redet er vor und nach getaner Arbeit mit seinen Kollegen. Seine einzigen Bezugspersonen sind die Prostituierte Stevie (Jennifer Jason Leigh), derer bester Kunde er ist, und die Kellnerin eines Flughafencafés Marie (Aitana Sánchez-Gijón). Beide bezahlt Trevor gut für ihre gemeinsame Zeit, obwohl beide Frauen gerne mit ihm Zeit verbringen und sich große Sorgen um ihn machen.
Trevor leidet an akuter Schlaflosigkeit, nach einigen Angaben hat er seit einem Jahr nicht mehr geschlafen. Ganz blass ist er im Gesicht, abgemagert bis auf die Knochen, nach und nach mit immer tieferen Augenringen. Wenn er überhaupt mal etwas isst, scheint es ein Kraftakt für ihn zu sein, wie alles andere auch. Ohne Erholung und Energiezufuhr wirkt Trevor zunehmend müder und ausgelaugter. Dann trifft er auf dem Parkplatz der Fabrik den geheimnisvollen Ivan (John Sharian), dessen Treffen Trevor in ein noch tieferes Chaos stürzen als so schon. Mit der Zeit leidet er auch noch unter Verfolgungswahn, tatsächlich bricht jemand in seine Wohnung ein und hinterlässt Post-its mit kurzen Nachrichten an Trevor. Als er dann in der Fabrik einen Unfall versehentlich verschuldet, wodurch ein Mitarbeiter seinen linken Arm verliert, fangen Schrecken und Selbstzweifel gerade erst an.
Stevie: Trevor, I’m worried about you.
Trevor Reznik: Don’t worry. No one ever died of insomnia.
Stevie: [giggles] I hope not. You’re my best client. Can’t afford to lose you.
Trevor Reznik: Gee, thanks.
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Trevor Reznik: You lying whore!
Stevie: Get the fuck out of here! You fucking freak!
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Ivan: Oh, no. You look like you seen a ghost.
Trevor Reznik: Funny you should say that. The guys at work don’t think you exist.
Ivan: That’s why I can’t get a raise.
The Machinist ist eine klare One-Man-Show vom heutzutage omnipräsenten Christian Bale. Die Berechtigung, große Rollen in Blockbusterfilmen zu übernehmen, unterstreicht er in der Rolle Trevors. Seine Leistung ist wirklich über jeden Zweifel erhaben. Nicht zuletzt, wenn man sieht, was sich Christian Bale für diese Rolle angetan hat. Fast ein Drittel seines Körpergewichts hat er abgenommen und er hätte von sich aus noch weiter gehungert. Diese Enthaltsamkeit beim Essen und die Leiden, die er in seiner strikten Diät (bestehend aus Äpfeln und Kaffee) sicherlich durchstehen musste, haben ihn für die Rolle bestens vorbereitet. Er selbst sagt, dass er kaum geredet habe, wenn er nicht vor der Kamera gestanden habe, weil er einfach zu schwach dafür gewesen sei. Dabei sind einige Szenen nicht gerade ohne, was in Sachen Aktivität von Bale gefordert wurde, umso mehr Respekt muss man ihm für seine Rolle zollen.
Neben Bale muss insbesondere das Drehbuch hervorgehoben werden. Der Fokus liegt, wie oben schon angedeutet, vollkommen auf dem Charakter Trevor Reznik. Der Zuschauer sieht den gesamten Film, wie Trevor die Welt wahrnimmt. Dadurch geschehen einige verwirrende Ereignisse, die jedoch spätestens am Ende aufgedeckt werden. Es lohnt sich also, den Film von Anfang bis zum Schluss zu schauen und nicht zwischendurch auszuschalten. Denn erst wenn der Film als gesamte Einheit betrachtet wird, erschließt er sich dem Zuschauer. Das ist vor allem den gelungenen Plottwists zu verdanken, die zum Teil aber auch schnell durchschaut und vorhergesehen werden können. Das schmälert die hervorragende Leistung des Drehbuchautors aber in keiner Weise.
Nicht von ungefähr wird der Film mit David Finchers gesellschaftskritischem Film Fight Club mit Edward Norton und Brad Pitt verglichen. Der Protagonist hat ähnliche Probleme wie Nortons Figur (z.B. leiden beide unter Schlaflosigkeit, mehr sei hier nicht verraten) und auch die durch die Kondition der Hauptpersonen erzeugte Atmosphäre der Filme ähnelt sich. Die Hintergründe für die Probleme sind allerdings grundverschieden, wodurch The Machinist als sehr guter Psycho-Thriller eine Alternative zu Fight Club darstellt, ohne allerdings an die Klasse von Finchers Meisterwerk heranzureichen und wohl auch nicht an den Rekord von Christian Bale.

Wow, das erinnert ja regelrecht an De Niro – zugegeben, so gut ist Bale als Schauspieler nicht, aber dass er in “The Dark Knight” gegen Heath Ledger so schlecht ausgesehen hat, ist definitiv nicht seine Schuld. Immerhin hat er vorher schon gezeigt, dass er sein Handwerk beherrscht; ich sage nur “The Prestige” oder “American Psycho”. “The Machinist” klingt wirklich interessant, sowohl von der Story her als auch wegen der Tatsache, dass “Fight Club” auf meiner ewigen Bestenliste auf einem astreinen zweiten Platz rangiert (auch wenn er nicht mal der beste Film von ’99 ist, ähem …
).
Nun bei mir steht “Fight Club” ganz weit oben in meiner Bestenliste. Streitet sich mit “Requiem for a Dream” sozusagen um den ersten Platz. Demnach ist “Fight Club” meiner Meinung nach wohl auch der beste Film von 1999, sorry, aber da liegst du dann wohl falsch
Ach …? Na wenn du das sagst.