Wenn Mutter und Vater sich mal wieder Sorgen machen, obwohl die Kids bloß auf ein Rockkonzert gehen wollen, kann und will man selbst nicht verstehen. Sex, Drogen und Alkohol sind doch längst keine Gefahr mehr für die ach so verantwortungsvollen Teenies. Doch nach “Jennifer’s Body” kann man seinen Eltern keinen Vorwurf mehr gegen ihre Sorgen machen.
Die wunderschöne Highschool-Diva und Cheerleaderin Jennifer (Megan Fox) lädt ihre beste Freundin, die graue Maus und Streberin Needy (Amanda Seyfried), zu eben so einem Konzert ein. Nun ja, sie zwingt Needy eher, mit ihr zu kommen. Die Indie-Band scheint Gefallen an sexy Jennifer zu finden. Nachdem während des Auftritts ein Feuer ausbricht, dass die gesamte Kneipe samt fast jedem Besucher verschlingt, nehmen die Musiker die Cheerleaderin mit in ihren Van und fahren fort. Needy bleibt alleine zurück, hilflos und geht mit schwerem Herzen nach Hause. Doch der Abend ist für sie noch längst nicht gelaufen. Jennifer taucht blutüberströmt in ihrer Küche auf, ist nicht mehr sie selbst und kotzt eine teerartige Substanz auf den Boden, ehe sie wieder verschwindet. Needy ist sich sicher, mit Jennifer ist etwas furchtbares geschehen, doch ansonsten scheint niemand etwas zu merken. Doch nicht nur wegen dem Brand, dem auch Mitschüler zum Opfer fielen, herrscht an der Highschool eine sehr triste Laune. Denn eine Mordserie startet kurz darauf, die natürlich von der veränderten Jennifer ausgeht. Needy versucht, den Handlungen ihrer besten Freundin auf den Grund zu gehen, um ihren Freund Chip (Johnny Simmons) vor ihr zu schützen.
Jennifer Check: I think the singer wants me.
Needy Lesnicky: Only because he thinks you’re a virgin. I heard them talking.
Jennifer Check: Yeah, right. I’m not even a backdoor-virgin anymore, thanks to Roman. By the way, that *hurts*. I couldn’t even go to flags the next day. I had to stay home and sit on a bag of frozen peas.
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Needy Lesnicky: [after Colin asks Jennifer out] Colin’s really nice.
Jennifer Check: He listens to maggot rock. He wears nail polish. My dick is bigger than his.
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Needy Lesnicky: Jennifer’s evil.
Chip Dove: I know.
Needy Lesnicky: No. I mean, she’s actually evil. Not high school evil.
Der Film weiß vielleicht nicht immer durch das Drehbuch zu überraschen, Megan Fox tut es ganz nebenbei aber. Denn anders als in den “Transformers”-Filmen hat Fox endlich mal die Möglichkeit, einen Charakter darzustellen und nicht bloß in einer Pose nach der anderen ihre Rundungen zu präsentieren. Natürlich macht sie das aber auch wieder, beweist aber auch, dass sie schauspielern kann – selbstverständlich ohne eine großartige Performance hinzulegen. Ihrer Rolle wird sie auf jeden Fall gerecht. Genauso verhält es sich mit Amanda Seyfried, die in der Teenie-Krimiserie “Veronica Mars” Kirsten Bells verstorbene Freundin als tabulose Liebhaberin darstellt. Die Veränderung von Needy, die zu Beginn sehr abhängig von Vorbild Jennifer abhängig ist, deshalb wohl auch der Name, bis hin zur fiesen Rächerin, zeigt sie gekonnt, zu anspruchsvoll darf der Zuschauer aber auch bei ihr nicht sein.
Das Drehbuch stammt von der überraschenden Oscargeweinnerin und Ex-Stripperin Diablo Cody. Wieder dreht sich ihr Drehbuch um weibliche Teenager auf dem Weg zum Erwachsensein. Anders als in “Juno” sind die Dialoge weniger bissig, was Megan Fox als männerfressende Verführerin wortwörtlich ausgleicht. Leider sind auch die Charaktere nicht so vielschichtig wie Juno in ihrem Debüt. Immerhin besinnt sich Cody auf ältere Horrorstreifen, in dem sich der Grusel nicht durch verstörende Brutalität entwickelt, sondern aus bedrohlichen Kamerawinkeln und -fahrten, sowie der Ungewissheit, wozu Jennifer fähig ist.
Gerade die Spannung in den Szenen, in denen Jennifer blutdurstig ein Opfer ins Visier nehmen will, ist es eine vergebene Chance, dass um die Geschichte noch eine Rahmenhandlung mit Needy in einem Gefängnis oder einer Psychiatrie gespannt wurde. So läuft die eigentliche Handlung auf den Grund heraus, warum Needy eingesperrt wurde, was sich um einiges weniger spannend erweist als die mögliche angstverbreitende Ungewissheit, ob sie überlebt.
Man muss bei diesem Film auch darüber hinwegsehen können, dass die gesamte Handlung vollkommener okkulter Schwachsinn ist. Denn dann darf die Verwandlung von Jennifer durchaus als eine Charakterentwicklung der besten Freundin von Needy gedeutet werden. Sandkastenfreundinnen die sich im Laufe der Jugend und des Erwachsenwerdens auseinander leben, auf sich gegenseitig eifersüchtig sind oder sich dem erst klar werden.
Gut, dass sich der Film an junge Erwachsene richtet und älteren Generationen wohl zu unsinnig erscheinen wird. Dadurch werden sich die Eltern weiterhin über Sex, Drugs und Rock’n'Roll Sorgen machen und nicht über Verwandlungen zu bösen Kreaturen.