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Love Actually (2003)


Seit sechs Jahren wird die Weihnachtszeit von einem englischen Episodenfilm noch weihnachtlicher. Denn die verschiedenen Geschichten aus “Tatsächlich… Liebe” drehen sich alle um das zentrale Element von Weihnachten. Nein, nicht um die vielen tollen Geschenke, sondern um Liebe.

Der neu gewählte Premierminister (Hugh Grant) bezieht gerade seinen neuen Wohnsitz, seine Schwester Karren (Emma Thompson) lebt in einer zerbröckelnden Ehe, ihr Mann Harry (Alan Rickman) verguckt sich in seine attraktive Angestellte Mia (Heike Makatsch).  Eine andere Mitarbeiterin ist hoffnungslos in Kollege Carl verliebt, fühlt sich aber für ihren geistig gestörten Bruder verpflichtet. Daniels (Liam Neeson) Frau ist kürzlich verstorben und sein Stiefsohn Sam hat sich auch noch in das coolste Mädchen der Schule verliebt. Schriftsteller Jamie Bennett (Colin Firth) sucht nach seiner Kreativität und lernt diee Portugiesin Aurelia (Sienna Guillory) kennen, verliebt sich in sie, obwohl die beiden kein einziges Wort von ihrem Gegenüber verstehen. John (Martin Freeman) und Judy (Joanna Page) lernen sich bei ihrem gemeinsamen Pornodreh kennen. Juliet (Keira Knightley) hat hingegen vor Kurzem den besten Freund von Mark (Andrew Lincoln) geheiratet, denn sie weiß nichts von Marks Zuneigung. Der sexuell frustrierte Kris Marshall (Colin Frissell) fasst den Entschluss ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu fliegen und dort in den Bars wunderschöne Frauen zu verführen. Billy Mack (Bill Nighy), ein in die Jahre gekommener Rocker, versucht nach Anraten seines Managers Joe (Gregor Fisher) mit einer Coverversion von “Love is All Around” ein Comeback zu feiern.

Tony: You’ll come back a broken man.
Colin: Yeah, back broken from too much sex!
——————————
Harry: Right, the Christmas party. Not my favorite night of the year, and your unhappy job to organize.
Mia: Tell me.
Harry: Well, it’s basic, really. Find a venue, over-order on the drinks, bulk-buy the guacamole and advise the girls to avoid Kevin if they want their breasts unfondled.
——————————
Daniel: Tell her that you love her.
Sam: No way! Anyway, they fly tonight.
Daniel: Even better! Sam, you’ve got nothin’ to lose, and you’ll always regret it if you don’t! I never told your mom enough. I should have told her everyday because she was perfect everyday. You’ve seen the films, kiddo. It ain’t over ’til its over.

Quelle: http://www.imdb.com/title/tt0314331/quotes

So unübersichtlich wie diese Zusammenfassung, ist der Episodenfilm selbstverständlich nicht gehalten. Da sieht man auch gleich wie wichtig es ist, die verschiedenen Handlungen in Verbindung zu bringen. Das schafft Richard Curtis nämlich exzellent. Klar, alle Geschichten drehen sich um die Liebe. Aber die Charaktere sind teilweise miteinander verwandt oder befreundet. Das bietet einige Möglichkeiten, die Szenen geschickt aneinander zu reihen. Dennoch laufen sich die Personen eher zufällig über den Weg. Begleitet werden diese unbeabsichtigten Begegnungen mit einer feinen Brise gutem alten britischen Humors.

Bei solch einer Vielfalt von Handlungssträngen, muss man dem Film nachsehen, dass die Geschichten recht oberflächlich bleiben. Meist sind so nur zwei Personen (wie es sich für die Liebe ja auch gehört) pro Episode etwas tiefgründiger, die anderen Handelnden bleiben eher Statisten. Auch das häufige Zurückgreifen auf Stereotypen, sollte man verzeihen. Zum einen machen diese nämlich den spitzzüngigen Humor aus, zum Anderen wäre eine solche Menge von Figuren überhaupt nicht unter einen Hut zu bringen. Mia, die Harry auf eine harte Probe in seinem Eheleben stellt, indem sie mit ihren natürlichen Reizen einer jungen Dame reifere Männer umgarnt, ist dafür nur eines von vielen Beispielen. Sympathie oder Verständnis kann der Zuschauer für ihre Rolle zumindest nicht aufbringen -  was auch nicht beabsichtigt wird.

Das größte Plus – und dagegen gibt es keinerlei Einwände – ist das scheinbar unendliche Potenzial, das im Schauspielensemble längst nicht ausgeschöpft werden kann. Liam Neeson ergreift den Zuschauer als fürsorgliche (Stief-)Vaterfigur. Emma Thompson brilliert als Ehefrau, die vielleicht zu spät bemerkt, dass ihre Ehe bloß noch ein Schein ist. Und Hugh Grant macht seine Sache wie eigentlich immer. Mit seinem Hundeblick wird er zum sympathischen Premierminister, der aber auch gerne mal die Zähne fletscht und sich austobt, wenn es denn möglich ist. Vielleicht weil er so eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielt, gerät der Premierminister in die witzigsten und gleichzeitig peinlichsten Momente des Films (mit seinem Bodyguard muss er beispielsweise als Sternensänger tätig werden) – eine kleine Abrechnung mit der hohen Politik Englands.

“Tatsächlich… Liebe” ist tatsächlich ein Weihnachtsfilm erster Garde. Wegzudenken aus dem Weihnachtsprogramm der TV-Sender ist der Film jedenfalls ebenso wenig wie “Dinner for One” an Sylvester. Aber nicht nur zum Fest der Liebe ist Richard Curtis’ Episodenfilm eine wahre Freude.

Dieser Artikel wurde von Dos Corazones geschrieben und am 17. Dezember 2009 um 16:56 veröffentlicht. Er ist unter Film, Gesehen, Komödie/comedy abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Artikel.

2 Gedanken zu “Love Actually (2003)

  1. Großartiger Film mit tollem Ensemble! Stimme dir auf jeden Fall zu, dieser Film gehört mittlerweile einfach zum Weihnachtsfest, ist Pflicht und Freude zugleich. Die Liebeserklärung von Andrew Lincoln an Keira Knightley gehört wohl zu den schönsten überhaupt. Schauspieler, Soundtrack, alles ‘ne runde Sache

  2. Love actually schau ich mir immer wieder gern an Weihnachten an. Die Protagonisten sind einfach ein Traum.

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