watched

What Women Want (2000)


It’s a Women’s World

Ein bisschen Fantasy, viel Komödie und eine kitschige Liebesgeschichte, ach ja und natürlich die Frage, was Frauen eigentlich wollen. Das so ein Film alleine vom Titel her nicht von einem Mann realisiert werden kann, dürfte im Vorfeld klar sein. Obwohl mit Mel Gibson auch ein Mann ganz klar die Hauptrolle spielt, dreht sich der Film im Grunde um die Frauen in seinem Leben. Bei dieser (fast) im wahrsten Sinne des Wortes “One-Man-Show” zeigt Herr Gibson auch noch mal, warum er zu den großen Schauspielern Hollywoods gehört.

In Nick Marshalls  (Mel Gibson) Leben läuft eigentlich alles super, zumindest denkt er das. Denn in der Werbeagentur Sloane & Curtis ist die Stelle des kreativen Leiters frei geworden, Nicks beruflicher Höhepunkt ist also in unmittelbarer Nähe. Privat hingegen sieht es eher mau aus: Seine Exfrau heiratet neu und zu seiner Tochter hat er eher einen kalten Draht. Doch mit wechselnden Bekanntschaften und diversen One-Night-Stands kommt er darüber hervorragend hinweg. Dann jedoch folgt der Mega-GAU. Sein Boss und Freund hat der aufstrebenden Werbefachfrau Darcy Maguire (Helen Hunt) angeheuert. Für den Chauvinisten Nick undenkbar, eine Frau als Vorgesetzte zu haben. Da die neue Chefin Kreativität fordert, sollen die Angestellten einige Damenprodukte ausprobieren. Nick ringt sich tatsächlich zum Herumexperimentieren durch und macht dabei eine folgenreiche wie schockierende Begegnung mit einem Föhn in der Badewanne. Als er am nächsten Tag aufwacht, kann er die Gedanken der Frauen in seiner Umgebung hören und nutzt diese neue Gabe prompt, um seine neue Chefin auszuspielen und die süße Coffeeshop-Angestellte Lola (Marisa Tomei) endlich zum heiß ersehnten Rendezvous zu verführen. Der Erfolg bei der Arbeit fördert aber auch seine Zuneigung zu Darcy, was ihn auch davon abbringt, sich richtig mit seiner Tochter zu vertragen.

Darcy McGuire: You wore control-top pantyhose?
Nick Marshall: Did you put a pair in the pink box?
Darcy McGuire: [laughs] And how did you look in them?
Nick Marshall: Hot.

In der ersten Hälfte des Films präsentiert sich Mel Gibson in Bestform – den Chauvinisten nimmt man ihm locker ab. Als Mann leidet man auch richtig mit ihm. Denn was Gibson im Film alles einstecken muss, überragt selbst die Folter in Braveheart. Nicht nur, dass jede Frau ihn erstmal für ein Arschloch hält, sondern auch die diversen Proben von Damenprodukten bringen ihn an den Rand des Erträglichen, wie zum Beispiel bei der Beinenthaarung mit heißen HotWax:

Nick Marshall: Women are crazy! Who would want to do that again?

Doch selbstverständlich läuft der Film zu einer Läuterung Nicks hinaus. Seine Entwicklung ist dank der verschiedenen Erfahrungen, die er macht, aber keineswegs aufgesetzt, sondern durchgehend nachvollziehbar. Vom Frauenschwarm

Lola: [inner thoughts] Who would have thought? Slow starter then turns out to be a genius in bed! Ladies and gentlemen, Nick Marshall is A SEX GOD!

und Chauvi

Nick Marshall: There’s way too much estrogen on television these days.

zum einfühlsamen und bedauernden Frauenversteher

Nick Marshall: Have you ever done that, taken the wrong road? Of course not, you wouldn’t do that, somebody like me does that.

Quelle (aller Zitate):
http://www.imdb.com/title/tt0207201/quotes

Doch die eigentlichen Hauptpersonen sind eher wie oben genannt die Frauen. Generell werden diese als emanzipiertes und mindestens ebenso starkes Geschlecht wie Männer dargestellt. Darcy zum Beispiel war mit einem Arbeitskollegen verheiratet. Die Ehe ging schnell zu Bruch, da sie eben auch Karriere machen will und schneller aufstieg als ihr Mann. Sie führt ein Leben voller Einsamkeit, sucht die Nähe zu Männern, doch will eben auch sie selbst sein dürfen. Wie man ihren Gedanken entnehmen kann, ist sie auch eine durchaus kluge Person, was Nick eben eiskalt zu seinen Vorteil und ihrem Nachteil auszunutzen weiß.

Nicks Tochter Alex (Ashley Johnson) ist nun mal jung und will sich erst recht von ihrem enttäuschenden Vater sagen lassen. Als sie bemerkt, dass er in ihrem Rucksack nach CDs gesucht hat, rastet sie sogar aus. Dass sie einen drei Jahre älteren Freund hat, findet sie vollkommen normal, sie fühlt sich dadurch stärker und selbstbewusster. Nick ist Vaterinstinkt sei Dank natürlich ganz anders auf ihren Freund zu sprechen, muss aber feststellen, dass seine Tochter etwas mehr erwartet, als ein aufgesetztes Vatergetue. Lola steckt im Coffeeshop fest, will sich als Schauspielerin durchschlagen, ist allerdings eher niedergeschlagen. Zwar fühlt sie sich durchaus zum unwiderstehlichen Nick hingezogen, weigert sich aber, mit ihn auszugehen, zu oft wurde sie von anderen Männern versetzt und verletzt. Ob Nick nun der richtige Mann ist, um nach Sicherheit, Nähe und Wärme in einer festen Beziehung zu suchen, bleibt fraglich.

What Women Want bietet neben den gut gelaunten Darstellern eine hervorragende erste Hälfte, in der Mel Gibson insbesondere durch seine Kommentare und Mimik die Lacher auf seiner Seite hat, verliert aber mit zunehmender Dauer etwas die Frische. Zudem hält die Story eben nur das, was eine 08/15 Liebeskomödie für notwendig erachtet. Dank Gibson ist der Film aber nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer interessant, die endlich eine Antwort auf die Frage, was Frauen wirklich wollen, erhalten wollen.

Dieser Artikel wurde von Dos Corazones geschrieben und am 15. März 2010 um 17:23 veröffentlicht. Er ist unter Film, Gesehen, Komödie/comedy, Romance abgelegt und mit , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Artikel.

4 Gedanken zu “What Women Want (2000)

  1. christiansfoyer sagte am :

    Och ja, ist so zum nebenher laufen lassen immer wieder irgendwie ganz nett. Die versunkene Helen Hunt und eine von Hollywoods Unterschätzten, Marisa Tomei, machen einiges wett. Bei Gibson in Strumpfhosen kommt man kaum noch drauf, dass der mal “Mad Max” war. Sein Talent zur Komödie gefällt mir in Kombination mit Action eigentlich besser, aber wat soll’s ;)

  2. Dr. Borstel sagte am :

    Fand ich den lustig, damals? Hm, meine Erinnerungen tendieren gegen null, bloß das Ende fand ich ziemlich sicher doof. Ansonsten gehört auch Mel Gibson nicht gerade zu meinen Lieblingsschauspielern …

  3. @Christian: Gibson in “Lethal Weapon” gefällt mir auch besser, aber ich muss doch zugeben, dass er auch hier eine wirklich gute Vorstellung abliefert.
    @Dr. Borstel: Nun, ich habe mich jetzt nicht weggeschmissen, aber der Humor spricht mich hier und da schon an. So lange du Johnny Depp als grandiosen Schauspieler bezeichnest, darfst du über andere Schauspieler sagen, was du willst ;-)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

%d Bloggern gefällt das: