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War, Inc. (2008)


Satire, Action, Komödie – was denn nun?!

Der Killer Brand Hauser (John Cusack) soll für die Privatkriegsfirma Tamerlane in dem fiktiven arabischen Staat Turaqistan den hiesigen Öl-Scheich Omar töten. Als Tarnung leitet er die firmeneigene Messe im vom Kireg erschütterten Land zusammen mit Kollegin Marsha (Joan Cusack) und gibt der kritischen und sturen Journalistin Natalie (Marisa Tomei) Interviews (und würde gerne noch mehr Zeit mit ihr verbringen). Auf der Messe soll die “Britney-Spears Turqistans” Yonica (Hillary Duff) heiraten. Doch die ganze Planung der Messe und des Attentats erschweren Alpträume, die Brand über sich ergehen lassen muss und ihn an seinen Boss (Ben Kingsley) erinnern.

Brand Hauser lernen wir bei einem seiner Aufträge am Nordpol (zumindest im Norden der Erde…) kennen. Er ist präzise und gut. John Cusack sieht jetzt nicht unbedingt nach einem Actionhelden in Spe aus, beweist aber in den (recht wenigen) Actionszenen das Gegenteil. Sicher, bei den gut choreographierten Kämpfen, wird ihm ein Stuntman geholfen haben, nichtsdestotrotz überzeugt Cusack in einer (zumindest für mich) für ihn eher ungewohnten Rolle. Sein Schauspiel kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man Brand als Killer nicht für voll nimmt. Dafür ist seine Einleitung zu kurz.

Dabei ist gerade der Charakter von Brand Hauser recht gut ausgearbeitet. Er will eigentlich schon längst aussteigen, der Grund bleibt aber auch nach mehreren Rückblenden sehr schwammig. Immerhin sein Hintergrund ist durchdacht, wie alle anderen Figuren bleibt aber auch der Protagonist dem Zuschauer fern. Die beiden neuen Frauen in seinem Leben, die Reporterin Natalie, die für eine (überflüssige) Romanze herhalten muss und Yonica beweisen zwar ebenfalls vielseitige Charakterzüge, sie bleiben dennoch blass.

Die Story ist im Grunde recht belanglos und die Twists in der Handlung sind ihren Namen eigentlich nicht wert. Jedes aber wirklich jedes Kind durchschaut die Konstellationen der Figuren und den “Überraschungseffekt”, dabei ist der Film erst ab 16 Jahren freigegeben.

Und diese Freigabe hat auch einen Grund. Nicht nur das Attentat zu Beginn des Films, auch die letzte halbe Stunde geizt nicht gerade mit Blut und Waffengewalt. Die Szene fernab der “zivilisierten” Stadt ist tatsächlich intensiv und reiht sich in die große Anzahl der Antikriegsfilme ein – der Schrecken und die Grausamkeit des Krieges wird hier nicht nur angedeutet, sondern schonungslos gezeigt.

Diese Szene bleibt in dieser Art eine Ausnahme. Ansonsten versucht der Film eher durch Komik auf die Gewalt aufmerksam zu machen. Die Stadt, in der fast der gesamte Film spielt, wird von Soldaten bewacht und abgeriegelt, Bomben gehen hoch, Aufständische werden im Hintergrund niedergeschossen und Raketen schlagen ein, während Dialoge ganz normal geführt werden.

Ansonsten will der War, Inc. humoristisch auf die amerikanische Außenpolitik im Irak und in Afghanistan eingehen. Auf Leinwänden des Vizekönigs wechseln sich Persönlichkeiten Amerikas wie George Washington und sogar Sportler ab. Yonica ist ein verdorbenes Flittchen (zumindest nach außen hin) und macht sich als Sexobjekt einen Namen. Das wirkt in diesem Pseudo-islamischen Staat nicht nur seltsam, sondern bei der ganzen Verherrlichung ihres Auftretens sogar lächerlich. Dass Hillary Duff zumindest in diesem Film (weitere Gesangseinlagen von ihr kenne ich nicht) sich nicht als Stimmwunder erweist, macht ihren Ruhm im Film als Popdiva noch unglaubwürdiger.

War, Inc. will Satire sein und gleichzeitig unterhalten. Zuweilen funktioniert das Konzept sogar, aber für dieses so wichtige Thema ist es noch zu seicht. Panzer, die mit Kasionwerbung durch die Wüste donnern und den Tod mit sich bringen sind beispielsweise ein hervorragendes Beispiel, wie die westliche Gesellschaft zynisch betrachtet werden kann. Oft und gerade im Finale ist der Film dann lächerlich, wenn ein rollstuhlfahrender Widersacher auf John Cusack “zubrettert” und der nur einen Schritt zur Seite geht oder Hillary Duff mit einem Maschinengewehr losballert – da verspielt War, Inc. viel Potential. Der Auftritt von Dan Akroyd ist zwar lustig, aber lange nicht seine Normalleistung. Insgesamt enttäuscht der Film trotz Stars und Sternchen an seiner Aufmachung eines sehr ernsten Themas.

5 von 10 (keine echte Satire, keine echte Komödie, kein echter Actionfilm – nichts Halbes, nichts Ganzes: schade.)

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Dieser Artikel wurde von Dos Corazones geschrieben und am 21. Oktober 2010 um 11:31 veröffentlicht. Er ist unter Action, Film, Gesehen, Komödie/comedy abgelegt und mit , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Artikel.

2 Gedanken zu “War, Inc. (2008)

  1. Och Manno… dabei find ich John Cusack doch so toll.

    So wie der Film klingt, bleibe ich dann doch lieber bei “Lord of War”.

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