Kein Schlag ins Gesicht
Gelächter im Kino ist ja erstmal ein gutes Zeichen. Wenn das Publikum lacht, scheint es gut unterhalten zu werden. Natürlich kann man diese hervorgehobene Reaktion auch anders deuten. Im Falle eines Action-Feuerwerk-Spektakels/Teenie-Dramas läuft das eben in die andere Richtung hinaus. Unverständnis und die Frage, wie blöd man eigentlich sein muss, um das Geschehen auf der Leinwand zu akzeptieren, stellen sich ein und auf. Dabei ist Sucker Punch beileibe kein furchtbarer Film – nur eben nicht mehr, als man gerade so erwarten konnte.
Baby Doll (Emily Browning) muss mit ansehen, dass ihre Mutter im Bett stirbt und sich fortan um ihre kleine Schwester kümmern. Denn ihr Stiefvater will bloß eines, das Erbe seiner Frau antreten, die jedoch all ihren Besitz den Töchtern vermacht hat. Betrunken und wütend stürzt er sich auf seine Stieftöchter, doch Baby Doll setzt sich zur Wehr, wobei sie allerdings ihre Schwester tödlich verletzt und in eine Psychiatrie eingeliefert wird. In wenigen Tagen soll der “Highroller” zu Besuch kommen, der eine Lobotomie an Baby ausführen soll. Allerdings fasst sie den Plan, zuvor aus der Anstalt auszubrechen. Mit einer Gruppe schöner, leicht bekleideter und toughen Mädels soll der Plan nun Wirklichkeit werden.
Zack Snyder hat bereits mit Filmen wie 300 und Watchmen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er keine Kulissen braucht, um einen Film zu drehen. Er darf sich wohl völlig zu Recht “Meister des CGI” nennen. Bloß hat er dieses Mal nicht auf eine Comicvorlage zurückgreifen können, sondern schrieb kurzerhand selbst eine Story, die im Kern gar nicht mal so dumm erscheint, nur durch katastrophale Dialoge, One-Liner und totaler over-the-top Action vollkommen ins Lächerliche absackt. Wer aus dem Film eine Botschaft herauslesen will, ist fehl am Platze. Die Botschaft wird dem Zuschauer aus dem Off ins Hirn gehauen, wie die Spitze Nadel bei einer Lobotomie. Das ist so augenscheinlich wie bescheuert und lässt sich nicht nur auf die deutsche Übersetzung- und Synchronisationsarbeit zurückführen.
Aber, mal ganz ehrlich, wer hat nach dem Trailer wirklich gedacht, hier böte sich ein philosophischer Durchbruch? Nein. Der Trailer verspricht Action am laufenden Band, schöne Frauen und coole Bilder. Der Film hält, was versprochen wurde. Und auch wenn Snyder zumindest noch nicht viel vom Schreiben eines Drehbuches versteht, so hat er doch eine mittlerweile ausdrucksvolle Bildsprache entwickelt. In den Aufnahmen stecken so viele Parallelen, Hinweise und Indizien, dass man gar nicht mehr mitkommt. Die erste Führung durch die Anstalt offenbart demjenigen, der genau hinschaut, was alles passieren wird.
Zudem weist Sucker Punch sogar einige Parallelen zu Inception auf (obgleich letzterer deutlich besser abschneidet). Beide Filme wurden von Legendary produziert und das merkt man: Verschiedene Ebenen erzählerischer Natur ergeben ein Ganzes, nur, dass Snyder nicht so oft hin und her springt und dadurch eine sehr geradlinige Geschichte ohne Überraschungen erzählt. Dafür packt er alles rein, was man gerne in Filmen sieht. Baby Doll verschlägt es ins mittelalterliche Japan, in die Schützengräben des ersten Weltkriegs, in eine Mittleerde-typische Burg und in eine hochentwickelte Zukunft.
Diese Abschnitte werden recht logisch erklärt und man nimmt sie gerne in Kauf. Denn was sich in diesen Fantasy-Sequenzen abspielt, ist ein echtes Feuerwerk an Effekten. Die Gegner sind mal riesig, mal in krasser Überzahl oder ziemlich wütende Drachenmütter. Da darf einem das Wasser schon einmal im Mund zusammenlaufen. Problematisch sind auch hier wieder die Dialoge. Die Aufträge, die Baby Doll und Co. erteilt bekommen sind gerade mal auf Videospiel-Niveau und werden leider auch genauso durchgesprochen. Davon einmal abgesehen stört es kaum, dass die Gegner trotz Schusswaffen in den Nahkampf gehen oder die Mädels meterhohe Sprünge vollbringen und generell unbesiegbar scheinen – ein Actionfilm eben.
Sucker Punch ist im Grunde eine Reise durch verschiedene Welten, in einer dort geschilderten bitterbösen Realität. Ein wenig also wie Guillermo del Toros Pan’s Labyrinth. Es fehlt Snyders Werk lediglich an Tiefe. Optisch und akustisch kann man keine Vorwürfe machen (eine Coverversion von Where is my Mind hat es mit besonders angetan) und hier wird Action geboten, die so gut choreografiert und durchgefeilt wurde, dass es eine wahre Freude beim Zusehen ist. Ein toller Film ist es nicht geworden – aber durchaus kurzweilig, wenn man denn nicht währenddessen dauernd mit dem Kopf schütteln müsste, weil Handlung und Dialoge so daneben geraten sind. Deshalb
6 von 10 (cool und blöd lagen selten so nah beisammen/ mit den richtigen Erwartungen ein willkommenes Abendprogramm!)

Erstaunlich hohe Bewertung, auf die ich nach Kenntnis des Textes darüber nicht geschlossen hätte. Schön aber, dass dir der Film letztlich doch irgendwie gefallen hat.
Ich hatte eben erwartet, dass der Film geil aussieht – aber von der Story habe ich nicht viel erwartet. Dann kann man den Film mögen, aber was besonderes ist es halt nicht.
DU HAST DIR DEN FILM AUF DEUTSCH ANGESEHEN??? nönö Sucker Punch hat schon seine Beretigung…er parodiert ja gerade die Klischees der Filmwelt mit dem ganzen Bumm und und Hüftwackeln der Mädchen er ist sozusagen ein Actionfilm noch unter den Actionfilmen….böse böse
Ich habe mir den Film für 2,50€ angesehen, da kann man sich die Sprache leider nicht aussuchen
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Mit den richtigen Erwartungen kann das ein sehr lustiger Film sein. Vielleicht solltest du dir den jetzt einfach noch mal anschauen, dann könnte der sehr viel interessanter sein.
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