Sie liebten und sie schlugen sich
1996 geht die erfolgreiche SitCom in ihre dritte Staffel. Nach dem im Vergleich zur ersten weniger gelungenen Finale der darauffolgenden Season (da hier Dramatik mit einem Abschlussgag etwas versaut wurde), knüpft Friends wieder genau dort an, wo wir die sechs Freunde zuletzt gesehen haben. Ändern tut sich dabei wenig – abgesehen davon, dass noch mehr skurrile Figuren und viele Gaststars auftreten. Mal ganz ehrlich, was wünscht sich der Fan bei den vorherigen Staffeln schon mehr?
Monica (Courteney Cox) trauert ihrer Beziehung mit Richard nach, von dem sie sich trennen musste, weil ihre Zukunftspläne unvereinbar waren. Dagegen hocken Bruder Ross (David Schwimmer) und Rachel (Jennifer Aniston) im siebten Himmel. Erneut macht ihr Beziehungsstress den Hauptteil der Serie aus. Dass es bei der Idylle der ersten Hälfte der Staffel nicht bleibt, sorgt erneut für ungemein viel Dramatik – filmisch wunderbar mit einem Recycling von U2s With or Without You kombiniert. Allerdings sind Ross und Rachel nicht die einzigen Fixpunkte mehr. Phoebe (Lisa Kudrow) hat wohl den meisten Bedeutungszuwachs zu vermelden. Erst trifft sie ihren Halbbruder (Giovanni Ribisi) und dann lernt sie auch noch eine alte Schulfreundin ihrer Mutter kennen, in der Hoffnung endlich ihren Vater zu treffen. Dagegen sind Chandler (Matthew Perry), der weiterhin Gags am laufenden Band produziert, und Joey (Matt Le Blanc), der Liebesgefühle schnuppern darf, eher Randfiguren. Zumindest gönnen ihnen die Macher noch keine Rahmenhandlung.
Liebe, Streit, Humor und Trauer. Klingt nach einer perfekten Mischung – diese Staffel müsste demnach der bisherige Höhepunkt sein. Dass dem nicht so ist, verdankt Season 3 dem Aufkommen erster wirklich schlechter Folgen. So wird Phoebe von einem Mann verfolgt (gespielt von David Arquette), was toll klingen mag, aber zu blöd dargeboten wird. Zudem ist Arquette kein Glücksfall für die Serie, da sein Charisma ungefähr dem einer grauen Maus gleicht. Dafür bekommen Robin Williams und Billy Crystal einen supergenialen Opening Gag spendiert (auch wenn Williams Akzent etwas seltsam klingt…). Mit Gunther wird ein neuer Running Gag installiert. Er arbeitet im Central Perk und ist heimlich in Rachel verliebt. Die Mischung aus innerem Monolog, seinen Kommentaren und einigen kuriosen Situationen bereichern die Serie ungemein. Zudem darf sich Ben Stiller als Choleriker mal so richtig austoben.
In der Summe besticht Friends auch in Staffel 3 durch einen einzigartig harmonierenden Cast, der immer zu Überraschungen bereit ist. Allerdings bemerkt man doch, dass vor allem Matt Le Blanc und Lisa Kudrow an ihre schauspielerischen Grenzen geraten. Außerdem ist das Zusammenspiel zwischen Phoebe und ihrem Bruder etwas zu überdreht, als dass man es wirklich mögen kann. Manchmal ist weniger eben mehr und hier ist es zu viel. Die meisten Folgen aber machen über ihre gesamte Laufzeit einfach Spaß und haben Gutfühl-Faktor 50.
8 von 10 (bisher schwächste Staffel, in der Gesamtheit aber immer noch klasse!)

Ich habe auch die dritte Staffel viel besser in Erinnerung. Kann mich aber auch täuschen, da die letzte Sichtung doch schon ein paar Jährchen zurückliegt.
Ich schwanke zwischen 8 und 9 Punkten, also die endgültige Bewertung nicht als zu abstrafend werten (es ist ja immer noch sehr gut). Aber an die beiden ersten Staffeln kommt Season 3 aus meiner Sicht nicht heran – lustig ist sie allemal.