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Glee – Season 2 (2010)


Mittlerweile läuft die zweite Staffel des US-Phänomens Glee im deutschen Free-TV, mit eher mäßigem Erfolg. Amerikaner genießen da einen gewissen Vorsprung, denn die erfreuen sich seit Kurzem an der neuesten und dritten Staffel. Nachdem eine Truppe junger, neuer Gesichter das US-Fernsehen und die hiesigen Charts deutlich durcheinandergewirbelt haben, geht Runde 2 im Grunde keinen Schritt weiter, tritt vielmehr auf der Stelle. Und Stillstand ist normalerweise ein ziemlicher Rückschritt.

Neues Jahr, neues Glück. Die Kids des Schulchors New Direction haben ein weiteres Jahr voller Gesang vor sich. Will Schuester (Matthew Morrison) schwört sie wie gehabt auf die kommenden Schulwettberbe ein, denn für die großen Nationals wurde der Big Apple als Austragungsort bestimmt. Darüber hinaus muss er sich natürlich wieder mit Cheerleadercoach Sue (Jane Lynch) herumschlagen, die dem Chor einige Hindernisse in den Weg wirft. Am meisten haben die Jugendlichen allerdings wiederum mit Akzeptanz und Liebe zu kämpfen. Weiterhin gelten sie als die größten Loser der McKingley-High (bei vielen bleibt das unverständlich, schließlich sind Cheerleader und Quaterback im Club vertreten) und besonders Kurt (Chris Colfer) hat schwer mit seiner Homosexualität zu kämpfen, bis er die Schule wechseln muss, weil ihm sogar mit rohster Gewalt gedroht wird. Bis zu den Nationals ist es also ein harter und steiler Weg.

Die erste Staffel hat noch recht gut funktioniert, ich selbst war hin und weg schier dieser tollen Gesangsnummern, neuer Darsteller und lustigen bis satirischen Momenten. Das Drama war schon immer sehr dick aufgedrückt, aber es handelt sich ja immer noch um eine High-School Serie. Doch irgendwie wurde in der ersten Staffel bereits alles wichtige behandelt. Der Schulchor ist eben unbeliebt – daran ändert sich auch durch Auftritte auf dem Schulhof nichts – selbst wenn Britney Spears “Toxic” die Schule zum umjubelten Beben bringt, keiner mag die Glee-Kids. Das wirkt schließlich immer unwahrscheinlicher und vor allem unbegründet – den Machern fällt offensichtlich selbst keine Begründung mehr ein.

Das gleiche gilt für die verschiedenen Charaktere, Quinn (Dianna Agron) redet kein Wort mehr mit Mercedes, wollte sie aber bei der Geburt ihres Kindes unbedingt dabei haben – äh ja, Logik sucht man mittlerweile wirklich vergebens. Das ständige Durcheinander in Beziehungen, besonders zwischen Finn (Cory Monteith) und Rachel (Lea Michele), kommen nicht an solche Vorbilder wie Rachel und Ross heran, na gut, die Liebe ist eben hormongesteuert. Eine ausreichende Erklärung, wenn sich denn die Erwachsenen besser benehmen würden. Will will immer noch die verquere Emma (Jayma Mays) für sich gewinnen, die sich mittlerweile aber einen Zahnarzt anlacht (sehr cool: John Stamos). Allerdings bleiben Emmas Beweggründe zur Beziehung weiterhin vollkommen unerklärlich, da sie wieder nicht über ihre Obsessionen und Phobien steigen kann.

Insgesamt lässt die Staffel im Vergleich zur ersten unheimlich nach. Nur ab und zu begeistern einige Folgen. So gelingt der Auftakt tadellos, da innerhalb der High School genau die gleichen Kritikpunkte geäußert werden, die schon in der Realität der Serie angeheftet werden – eine klasse Persiflage auf alle Kritiker. Wenn man sich bloß zusätzlich Mühe gegeben hätte Zweifler zu überzeugen, denn besser macht die zweite Staffel gar nichts. Herausragend sind letztlich nur zwei Folgen: Die “Rocky Horror Glee Show”, deren Musical die perfekte Grundlage für den Glee-Club darstellt und die vorletzte Folge “The Funeral”, in der Jane Lynch endlich wieder eine klasse, wenn auch traurige Vorstellung bieten darf. Der Rest ist mau. Bloß einige Original Songs wissen noch zu überzeugen, ansonsten beschränkt sich die Songwahl auf Pop-Hits und ein paar wenige Musical-Nummern. Die Vielfalt aus Season 1 fehlt.

Glee Season 2 enttäuscht auf weiter Strecke. Gut, die Gastauftritte von John Stamos, Britney Spears und Gwyneth Paltrow geben den Folgen mal kurzen Antrieb. Wirklich packen kann die Serie emotional nicht mehr. Dafür wurde in der ersten Staffel im Grunde bereits alles gesagt. Die Problematik der Akzeptanz von Homosexualität wird ziemlich breit getreten und wirkt alles in allem ziemlich aufgesetzt. Die Songs werden zwar immer noch toll eingespielt, aber an die vorige Season kommen die Macher gar nicht mehr heran, außer in den beiden genannten Folgen. Schade, die Hoffnung liegt nun auf Season 3, die zumindest in dieser Besetzung mit dem bisherigen Konzept, die letzte Staffel der Serie darstellen wird.

5 von 10 (meistens Durchschnitt, gemäß der Erwartungen wirklich schwach, mit wenigen Lichtblicken)

Dieser Artikel wurde von Dos Corazones geschrieben und am 22. September 2011 um 00:00 veröffentlicht. Er ist unter Gesehen, Review, Serie abgelegt und mit , , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Artikel.

2 Gedanken zu “Glee – Season 2 (2010)

  1. Ach soo mies fand ich die zweite Staffel gar nicht. Wurde sogar ziemlich gut unterhalten. Für so nebenbei/kurz vor dem Einschlafen ganz okay…

    • Nun, Geschmäcker sind verschieden. Allerdings hat sich die Serie vom Wochenhighlight auf eine betrachtliche Distanz der gesehenen Episoden gebracht, dass ich mich eher widerwillig weiterdurchgeguckt habe. Der dritten Staffel gebe ich nun noch eine Chance, aber nach der ersten Folge sehe ich da schwarz…

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