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Awkward – Season 1 (2011)


You could disappear and EVERYONE would notice!

Es gab eine Zeit, da sendeten Musiksender tatsächlich die neuesten und aktuellsten Musikvideos der großen Chartstürmer. Oder man interviewte gleich die Stars und ließ sie mal ganz ohne große Effekte und Bühne mit akkustischen Instrumenten auftreten. So ein Sender schaffte auch in Deutschland den Durchbruch: Die Rede ist von MTV. Von dem Musiksender war in den letzten Jahren nicht mehr viel übrig – mit der kurzen Midseason-Serie Awkward ändert sich daran nichts grundlegendes.

Jenna Hamilton (Ashley Rickards) ist nicht schwanger von ihrem besten Freund. Sie gerät auch nicht unfreiwillig in das Image der Schul-Schlampe. Um diese Situationen würde sie Genre-Kolleginen Juno und Olive sicher in ihrer eigenen beneiden. Dabei bricht sich Jenna bloß einen Arm. Nicht weiter schlimm, wären da nicht gewisse Umstände, die das ganze irgendwie nach einem gescheiterten Selbstmordversuch aussehen ließen. So hat sie in einem unfertigen Blogeintrag bereits den Satz hinterlassen, sie könne so nicht weitermachen. Ihr fällt der Föhn in die volle Badewanne. Sieht blöd aus und ändert ihr Image von der unsichtbaren Schülerin zur beinahe-Selbstmörderin. Hinzu kommt noch ein unfreundlicher Brief einer Unbekannten, die ihr Ratschläge gibt, aufzutauen und sich aus dem Niemandsland ihrer Existenz zu befreien. Selbst ihr Schwarm Matty (Beau Mirchoff) schläft zwar mit ihr, würde aber nicht riskieren ihre Beziehung durchsickern zu lassen. Mit Problemen kennt sich Jenna blendend aus.

Die erste Staffel Awkward reißt sich kein Bein aus, um sich auf irgendeine Weise innovativ zu präsentieren. Sie reiht sich nahtlos in die (guten) erfolgreichen Coming-of-Age-Filme der letzten Jahre an, die bereits oben anklangen (Juno, Easy A). Die Ingredenzien sind da: unscheinbares Mädchen, peinliche/unangenehme Situation, mehrere Verehrer. Wer soll da schon zurecht finden? Aber will man an dem Genre wirklich etwas verändern? Ganz ehrlich, das will doch keiner. Die Probleme der Jugend sind nun mal eins ums andere mal sehr ähnlich – und in diesem Fall werden sie einmal mehr wunderbar auf die Spitze getrieben.

Am aufgedrehtesten sind da wohl Jennas Eltern. Ihre Mutter rät ihrer 15-jährigen Tochter zu einer Brustvergrößerung, will sie immer wieder, nun ja, nuttiger einkleiden und drängt sie dazu offener und weniger steif aufzutreten. Ihr Vater ist da zwar schon was geerdeter, beweist in einigen Situation allerdings auch seinen Drang zur Peinlichkeit. Richtig irre tritt dann schließlich Vertrauenslehrerin Miss Marks (Desi Lydic) auf. Eine 30-jährige Lehrerin, die sich aufführt wie ein aus dem Ghetto entsprungenen Jungspund, klingt nicht nur verrückt, es ist es auch – aber auf charmante Art und Weise.

So kommt es eben dazu, dass Jenna als Mittelpunkt der Serie schnell in die Mitte des Herzens des Zuschauers vorrückt. Sie ist zwar eine Außenseiterin, aber eben “am normalsten”. Die immer wiederkehrenden Gewissensbisse, die ihre Beziehung zu Matty aufreißt, ihre Unsicherheit in der Schule und ihre genervten Äußerungen in Richtung ihrer Eltern – das passt einfach, wie Ashley Rickards. Ihr nimmt man Jenna einfach jederzeit ab.

So ist die mit gerade einmal zwölf 20-minütigen Episoden kurze Premiere der Serie ein durch und durch charmantes Serienhighlight. Hier wird nichts gewagt, hier wird altbekanntes neu verpackt und das funktioniert sehr gut. Der einzige wirkliche Schwachpunkt ist die Dauer. Man sagt zwar, in der Kürze lege die Würze, hier wünscht man sich aber einfach von allem mehr. Und ich bin mir ziemlich sicher, wir sehen Jenna in der nächsten Fall Season wieder – hoffentlich dann mit mehr Folgen!

9 von 10 (kurze, aber wunderbare Coming-of-Age Geschichte: Mehr davon!)

Dieser Artikel wurde von Dos Corazones geschrieben und am 3. Oktober 2011 um 18:18 veröffentlicht. Er ist unter Gesehen, Review, Serie abgelegt und mit , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Artikel.

2 Gedanken zu “Awkward – Season 1 (2011)

  1. Schaut ganz nach meinem Geschmack aus, hatte ich bisher aber gar nicht auf dem Schirm – danke für den Tipp!

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