Wer mein Blog schon eine gewisse Zeit verfolgt, weiß, dass ich hin und wieder zu neuen Formaten greife. Nicht selten geraten sie in Vergessenheit (nicht immer ganz zu Unrecht) und sorgen dafür, dass ich mir neue Gedanken machen muss. Jetzt gibt es also mal wieder etwas Neues und startet mit einem Klassiker!
!!SPOILERGEFAHR!!
The Godfather – Part 1 (USA 1972, R: Francis Ford Coppola)
Das ist zugegebenermaßen eine äußerst subjektive und wohl auch sehr anmaßende neue Idee von mir. Schließlich will ich, ein Bub von 20 Jahren euch sagen, was in den letzten 120 Jahren der Filmgeschichte herausragend gefilmt wurde. Natürlich hängt das manchmal mit meinen eigenen Assoziationen mit den gewissen Szenen zusammen (sollte mal eine Sequenz darunter sein, bitte ich die Ausschreibung als “Szene” zu entschuldigen). Bei diesem ersten Beispiel kann man natürlich viele Szenen auswählen. Dennoch ist der Tod von Vito Corleone, gespielt vom göttlichen Marlon Brando, am ehesten in meiner Erinnerung geblieben.
Inhaltsangaben zu den Filmen findet man ja zur Genüge, vielleicht schreibe ich irgendwann auch einmal gesondert über den Film. Was macht diese Szene jetzt so besonders? Nun, sie verkleidet einen Tod so unschuldig und spielerisch, dass seine Tragik erst spät wirklich zu tragen kommt. Der Don spielt mit seinem Enkel im Tomatenbeet, das er so penibel pflegt. Letztlich überlagern sich das vergnügte Lachen des Kindes mit dem röchelnden Husten des alten, kranken Mannes. Er greift nach einer Staude, doch kann sich nicht mehr halten. Er reißt sie mit sich herunter. Vito Corleone liegt tot im Beet und der Junge erkennt es erst spät nicht mehr als Teil des Spiels. Er rennt weg und die Totenglocken erklingen in der soundbridge. Intensiv bis zuletzt:


Ja, ist es nicht so, als habe er seine Unschuld gefunden? Toll, jetzt hab ich alter Affe Gänsehaut.
Zweifellos hat Vito hier seinen Frieden gefunden – macht die Szene noch mal interessanter. Und die Gänsehaut ist hier mehr als nur angebracht.
Eine tolle Szene. Da hat sich dann wieder einmal gezeigt, dass Brando schon einer der wirklich großen war.
Wie in jeder Sekunde, in der er in diesem Film zu sehen ist.